AGENTUR NBL - Zwangsversteigerung

Was ist eine Zwangsversteigerung?

Die Zwangsversteigerung ist die Durchsetzung eines Anspruchs mit staatlichen Machtmitteln. Der Gläubiger hat die Möglichkeiten, wegen einer Geldforderung in das unbewegliche Vermögen zu vollstrecken und seinen Anspruch somit zu befriedigen. Unbewegliches Vermögen sind Grundstücke und deren Aufbauten, Wohnungseigentum sowie grundstücksgleiche Rechte wie Gebäudeeigentum und Erbbaurecht.

Der Antrag auf Anordnung der Zwangsversteigerung kann sowohl wegen eines dinglichen Anspruchs, beispielsweise aus einer Grundschuld oder Hypothek, als auch wegen eines persönlichen (Zahlungs-) Anspruchs erfolgen. Wirtschaftlich sinnvoll ist bei vorhandenen Grundbuchbelastungen oft jedoch nur die Versteigerung aus einer Grundschuld oder Hypothek, im Idealfall aus der erstrangigen Belastung.

Eine besondere Form der Zwangsversteigerung ist die Teilungsversteigerung zur Aufhebung der Gemeinschaft.

Die Zwangsversteigerung führt – im Unterschied zur Zwangsverwaltung, die auf den Ertrag eines Grundstücks zielt – zu einer Verwertung der Substanz.


Ursachen und Folgen der Zwangsversteigerung

Die Hauptursachen für eine Zwangsversteigerung sind gescheiterte Ehen bzw. Lebenspartnerschaften und Arbeitslosigkeit mit darauffolgender Einkommensminderung, gefolgt von Krankheit, einer gescheiterten Selbstständigkeit, einer Insolvenz und einer mangelhaften Kreditberatung.

Die Anzahl der Versteigerungsverfahren ist konjunkturabhängig. In Zwangsversteigerungsverfahren werden durchschnittlich Preise deutlich unter dem Verkehrswert erzielt. Für das Bundesland Berlin wurde festgestellt, dass im Durchschnitt nur 65 % der Verkehrswerte erreicht werden.